Aller Anfang ist schwer. „Alpha“ zum Beispiel: …

„Der Alif – Der Anfang“, Skulptur aus Bronze (Stolberg, 2014), von Shahid Alam kostet 10,500,- Euro

Eigentlich sollte die Kunst sich längst befreit haben, von oftmals als einengend und bevormundend empfundenen Doktrien der Kirchen und Weltreligionen. Die Künste (Musik, Gesang, Performance, Lyrik ect.) wirken oft dann am stärksten, wenn sie ausserhalb des konventionellen Rahmens einen Raum finden, in denen sie wirken können. Gerade der Blick von den Rändern aus auf das Gefüge ist oft schärfer und dadurch eindeutiger als etwas Bedeutendes auszumachen. Man erinnere sich an die Malerfürsten der DDR, die sich durch Anpassung etablierten und dadurch der kreativen, unruhigen, auf Veränderung drängenden neuen Gerneratation die Möglichkeiten versagten. In dieser Zeit spielte die (eher evangelische) Kirche eine wichtige Rolle in der Vermittlung. Auch malende, junge und religiös ungebundene Punks durften ihre Arbeiten zeigen. Es gab Lesungen, Performances. usw. Aber das ist eine andere Geschichte.

Unter dem Titel „Einander Sehen“ nimmt sich nun eine Kirche am Mariannenplartz (Kreuzberg) einem neuen, interessanten Thema an. Sie hat den in Lahore in Pakistan geborenen Künstler Shahid Alam zu einer Ausstellung eingeladen, der auf eine ganz eigene Weise jüdische, christliche und muslimisch arabische Elemente in seiner Arbeit zu vereinen versucht. Die Kalligrafie ist dabei das verbindende Element, von dem aus er Ansatzpunkte zu den anderen monetheistischen Glaubensgemeinschaften sucht. Dabei erscheinen die Arbeiten in der Ausstellung am stärksten, in dem die Schönheit und Präzision der Kunst der Kalligrafie, die ja im arabischen Raum eine lange Tradition hat, nicht durch konventionelle Landschaftsuntermalungen tradiert wird. Sinnlich schön die Skulpturen „Alpha“, die einen Hinweis auf die Gemeinsamkeiten im Alphabet aller drei heiligen Schriften geben. Mit „Alif“ oder „Alpha“ beginnt das Alphabet der drei großen mediterranen Schriftkulturen.

Nicht zu unterschätzen ist auch das Beiprogramm der Ausstellung. Einen vergnüglichen Sommerabend bereitete das Ensemble „Sound of Bet Haskala“ mit dem Projekt „Jazz goes Synagogue“. – eine von amerikanischen Einflüssen inspirierte Musik, die den angestrengten Städtern Klangräume bereitete, in den der manchmal etwas nervösen und schlaflosen eine „Auszeit“ vom Tagwerk der arbeitsreichen Woche gewinnen konnte. Und die helle Stimme von Aviv Weinberg konnte soweit beeindrucken, dass man sie gerne öfter einmal in Berlin hören möchte.

Aviv Weinberg – Gesang, Birgitta Flick – Tenorsaxophon, Martin Klenk – Cello, Albrecht Gündel-vom Hofe – Piano, Arrangements, Marcel Krömker – Kontrabass, Uli Moritz – Schlagzeug, Perkussion

noch bis 09.07.2017

Evangelische St. Thomaskirche
Mariannenplatz 28  Berlin-Kreuzberg
Montag bis Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 11:00 – 18:00

Link zur Ausstellung und dem Beiprogrmm:

https://einandersehen.de/

4 Gedanken zu „Aller Anfang ist schwer. „Alpha“ zum Beispiel: …“

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